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Wie es dazu kam

oder: eine Geistergeschichte – NEIN, einfach eine Geschichte

ich werde oft danach gefragt, wie ich zum Flötenbau kam. Und das ist wirklich ungewöhnlich, weil ich vor Jahren gar nichts mehr mit Musik selber machen zu tun haben wollte! Wo ich doch schon als Kind jahrelang Unterricht mit Alt- und Sopranflöten bekommen hatte und es mir gründlich verleidet war, auch nur einen einzigen Ton noch darauf zu spielen… so war mir fast das Wunder der Musik verloren gegangen!

Viele Jahre verbrachte ich mit „spirituellen Studien“, nahm an Seminaren teil, Reiki, EFT, Sterbebegleitung, Schamanismus und und und, ich gab selbst Seminare im Bereich geistiger Heilung und unter all dem Gelernten und Angewandten galt mein ganz besonderer Faible dem Schamanismus. Schamanisches Reisen, die sogenannte Traumzeit, war immer mein besonderen Zugang zu  inneren Gefilden und so kam es, dass ich auf einer meiner bewussten Traumreisen vom Wächter durch mein Herz hindurch zu einem Portal geführt wurde, das den Weg zu einer Höhle  mit verschiedenen Kammern freigab. In jeder dieser Kammern wurde mir etwas gezeigt, dass mich Vergangenes verstehen ließ und was für meinen weiteren Weg wichtig war.

Kurz bevor es wieder zurück in meine Alltagswelt ging,wurde ich in die letzte Kammer geführt, in der unvorstellbare Schätze lagen! Ein riesiger Berg voller Juwelen, Gold und wundervoller Wertgegenstände und ich sollte und durfte mir ein Teil aussuchen, dass ich mitnehmen konnte und das mich mein Leben lang begleiten sollte. Ich fragte, woran ich wohl erkennen könne, welches das richtige sei und der Wächter sprach, dass ich es einfach wissen würde, wenn mich mein Geschenk gefunden habe.

So bewegte ich mich, noch zaghaft, in diese Kammer während der Wächter an der Pforte wartete. Ratlos schaute ich mich um, nahm mal diesen Gegenstand in die Hände, legte ihn vorsichtig wieder zu den anderen, hob einen anderen auf und so weiter bis sich fast resigniert mein Blick die Augen des Wächters suchte, ohne Worte um Hilfe bittend. Dieser blickte mich nur ruhig an, so dass ich mich seufzend erneut dem gigantischen Schatz zuwandte. Dies nicht, das auch nicht, nein, auch das nicht. Ich stand auf und ging langsam zurück, bereit, die Kammer ohne das Geschenk der spirits zu verlassen, als ich fast auf ein kleines Teil, dass ich zunächst gar nicht erkannte, getreten wäre. Etwas in mir ließ mich stehen bleiben, ich bückte mich, um das Teil aufzuheben und im selben Moment, als meine Hand es berührte, durchströmte ein gigantisches Summen und Vibrieren meinen  ganzen Körper, ich wurde von einer solch intensiven Welle erfasst, die alle Gedanken mit einem einzigen Whuuush fortspülte und da nur noch diese Energie spürbar war, die ich selbst war.

Tränen liefen über mein Gesicht und dann war da eine solch tiefe Freude spürbar, die ich kaum beschreiben kann. Ich drückte das kleine Teil- von dem ich nicht einmal wußte was es war- an mein Herz und nickte dem Wächter zu, der lächelnd bereits wußte, dass ich „es“gefunden hatte (oder sollte ich sagen : gefunden wurde?!!)

Wir bewegten uns zum Ausgang der Höhle und irgendwie war es so klar: das richtige Geschenk ruhte an meinem Herzen. Als ich verabschiedet wurde und hinaus in die wärmende Sonne trat, wagte ich es zum ersten mal, das kleine Teil, das Geschenk der spirits, anzuschauen. Ich öffnete meinen Hände und da lag eine kleine weiße Knochenflöte!

Vor Staunen blieb mir der Mund offen stehen. Eine Flöte? Was sollte ich wohl damit anfangen? Ausgerechnet eine Flöte! Was auch immer das zu bedeuten hatte…in mir spürte ich die Frage leise schwingen, hallte nach und blieb (scheinbar)ohne Antwort…bis ich wenige Jahre später der Liebe begegnete und damit dem Mann, der seitdem an meiner Seite ist! Etwas ganz Hand-Werkliches.

und…was soll ich sagen? Wir bauen Flöten!!

Das war auch nicht plötzlich da- es entwickelte sich. Und durch Ralphs Anfänge neugierig geworden faßte ich den Mut, mich selbst einmal an und hinter die Werkbank zu stellen und auch zu drechseln, die erste Flöte zu kreieren und gestalten. Die Totems der indianischen Flöten zu schnitzen und meinen Ideenpool im wahrsten Sinne des Wortes Gestalt annehmen zu lassen. Beim Betrachten der wundervollen Hölzer bereits ihre verborgenen Schätze zu sehen und dazu beitragen, dass sowohl das Herzstück jeder Flöte, das Labium, als auch die Form sich zu einem harmonischen Miteinander fügen und dann- und nur dann- ein Instrument entsteht, dass mit seiner Musik die Seele berühren kann!

JedesMal neu erlebe ich die Spannung bevor der erste Ton erklingt! Und diese unbeschreibliche Freude, wenn es gelungen ist!

Das war es auch, was ich mit der kleinen Knochenflöte gespürt hatte , was mich so berührt hatte….warum  diese hier völlig  anders war als alles , was ich bisher mit Flöte spielen verbunden hatte und erlebt hatte. Auf genau dieses Besondere achten wir bewusst beim Bauen, so dass es in jedes Instrument, das unsere Werkstatt verläßt einfließt.